Donnerstag, 7. Februar 2008

New York, New York

Nachdem Volker fast den ganzen Januar auf Dienstreise war (daher auch nichts erwähnenswertes auf dem Blog), stand danach noch Arbeit für den Deutschen Akademischen Studentenaustausch an (Anträge auf Auslandsstipendien beurteilen), und dafür ging es nach New York!

Gators und Squirrels hat also seine Wintersachen ausgepackt und ab ging es von flip-flop formel Florida auf nach asphalt chic Manhattan!

Von Gainesville fuhren wir Donnerstag Morgen um 6 Uhr per Mietwagen auf nach Jacksonville. Avis hatte leider nur noch einen einzigen Wagen über, somit mussten wir leider nehmen was kam ... ;)


Wie schade, dass das Wetter nicht zu unserem schnittigen Eclipse Convertible passte :(

Zur Abwechslung mal pünktlich ging der Flieger in die Luft und mit der wohl sanftesten Landung überhaupt hieß es bald darauf Touch down in JFK.
Von dort gibt es mehrere Möglichkeiten wie man zu seinem Hotel kommt: Taxi (45 Dollar plus Fees und Tip), Bus/Subway für $2 pro Strecke und Nase (und man schleppt sein Gepäck selbst durch die Gegend), oder aber den NYAirportservice, der einen für 15 Dollar bis Midtown bringt und, laut Auskunft, die Hotels zwischen 31st und 60th Street anfährt. Der sollte es dann auch sein, und somit begann unser Abenteuer.
Erst einmal war es kein Van wie angekündigt, sondern ein ganz normaler Bus, und er hielt auch nicht am Hotel, sondern zentral am Grand Central Terminal. Unser Hotel lag auf der 44th Street zwischen 1st and 2nd Avenue, gegenüber den Vereinten Nationen, also hieß es marschieren. Gott sei Dank hatten wir nur einen kleinen Koffer plus Handgepäck, aber bei dem eisigen Wind waren wir trotzdem halb erfroren als wir unser Hotel erreichten.
Ab da kam ich mir irgendwie wie im Film vor.
Die Bellboys fingen uns am Eingang ab und trugen unseren kleinen Koffer zur Rezeption (und rückten ihn gegen ein paar Dollarnoten wieder raus). Schon ein Unterschied zu den Motels, die ich gewohnt bin ... Dann hieß es den Fahrstuhl im Ostflügel zu nehmen, was nicht so einfach war. Das Hotel ist komplett verspiegelt; Wände, Fahrstuhl, Decke ... alles voller Spiegelfläche und man sieht sich überall selbst. Absolut widerlich!!! und ich frage ich jetzt noch, wie ich es geschafft habe eine Kollision zu vermeiden.
Auf unserem Zimmer im 30sten Stock angekommen, mussten wir dann erstmal die Aussicht checken...


Okay, Blickrichtung Innenstadt auf's Crysler Building (das vordere spitze Gebäude) und im Hintergrund das Empire State Building

... und nochmal bei Nacht.

Abends haben wir dann einen kurzen Bummel zum Times Square gemacht, der Tourifalle überhaupt - aber schön neonbunt.


Freitag hat es leider nur geschüttet, es war eisekalt, Volker musste arbeiten und somit fiel mir Sightseeing nicht ein - aber Hunger und Koffeinmangel schlugen gegen Mittag zu. Die Viertelstunde Regenpause um 13:30 Uhr nutzte ich also um irgendwo in der Nähe einen Kaffee und vielleicht einen Bagel zu erhaschen.
Manhattan ist eigentlich strassenmäßig sehr einfach gestrickt (siehe Karte), aber man übersieht schnell mal was, und somit erinnerte ich mich auch nur an einen Starbucks zwei Strassen und Avenues entfernt. Egal, der sollte es tun. Kaum angekommen plätscherte es auch gleich wieder los. Nun war ich aber schonmal nass, da konnte ich auch noch etwas weiter stöbern. Also flüchtete ich mich entlang der dritten Avenue bis zur 36/37th Street und bog auf die erste Avenue Richtung Hotel wieder ab. Nichts sehenwertes und durchgefroren, klasse, ab auf's Zimmer.
So sieht es übrigend an einem Regentag aus:

Über den Wolken ...

Volker kam dann eher als vermutet zurück und somit beschlossen wir wenigstens noch mal über die Straße zu gehen und uns die United Nations anzusehen. Nach der Security bekamen wir einen Ausweis und los ging die Tour. Wir haben so etliches erfahren und durften auch mal in die Heiligtümer spähen ;) Hier mal ein paar Bilder, Erklärungen gibt es für Interessierte auf dem Link.

auf dem rechten Bild ist der Saal für das Security Counsel

mittig: Nancy Reagan überreichte das Mosaik zum 40sten Bestehen der UN, es sagt: "Do unto Others as You Would Have Them Do unto You" , rechts der Saal für's General Assembly

Links sieht man durch den Park, dass keine Fahne ausser der UN Flagge weht. Die 192 Mitglieds-Landesfahnen (aufgezogen in alphabetischer Reihenfolge) werden nämlich nur bei schönem Wetter geflaggt!

PS: Wisst ihr eigentlich, dass sie kürzlich George Clooney als Messenger of Peace bestimmt haben (?!)

Samstag sah der Himmel wieder besser aus, wenn es auch immer noch sehr kalt war, und als einziger vollständiger Tag war sightseeing angesagt. Vielleicht hätten wir uns vom Concierge nicht zu einer NY-hop-on-hop-off-Bustour belatschern lassen, sondern wie geplant mit den Öffis fahren sollen, aber dazu später mehr.
Angefangen haben wir mit dem Rockefeller Center.

Vor dem Rock gibt es einen ice rink zum Schlittschuhlaufen, aber wir wollten lieber einen Blick über Manhattan werfen.
Mit dem Fahrstuhl ging es rauf in den 67sten Stock zur ersten Aussichtsterrasse. Man kann auch noch etwas höher, 70 sind es, glaube ich. Kann ich nur an einem schönen Tag empfehlen und wenn es nicht so kalt ist, der Wind ist ganz schön heftig, trotz Plexifenster.



Vom Rockefeller Center ging es dann zur St. Patrick's Cathedral.
Ein absolutes Muss in New York, meiner Meinung nach. Von Aussen bereits sehr schön, habe ich Innen nur noch ein "wow" vorgebracht. Nicht nur das sie riesig ist (120 m lang, 53 m breit und fasst etwa 2200 Menschen), sie ist wirklich beeindruckend.
Mit unserer kleinen Knipse habe ich leider nicht viele gute Fotos machen können - mal abgesehen davon, dass ich es als immer noch komisch empfinde in einer kirchlichen Institution zu fotografieren, aber es macht halt jeder, da fällt es nicht so auf.

Unser nächster Stop war dann Central Park, um diese Jahreszeit etwas trostlos. Da macht es auch eine Kutschfahrt nicht besser oder die Strassenkünsler bunter. Alles erscheint grau, und somit haben wir nur einen Spaziergang bis zur Brücke gemacht. Ganz schön wenig wenn man hört, dass Central Park 58 Meilen Fußweg hat ... Wie man sieht war es aber auch wirklich zu kalt. Der Teich war halb zugefroren und die Enten schlitterten über's Eis. In Central Park werden übrigends auch etliche Filmscenen gedreht, aber wahrscheinlich nur im Sommer.

Weil wir unbedingt noch mit der Fähre nach Staten Island wollten, hüpften wir auf den nächsten Bus und fuhren runter bis Ground Zero (wo es immer noch ganz traurig aussieht, Baustelle), vorbei am Empire State Building und am Museum of Sex,
Greenwich Village, Tribeca, SOHO, Little Italy und Chinatown. Zu Fuß ging es dann zum Battery Park, wo wir um 17 Uhr die (kostenlose) Staten Island Ferry nahmen um die Statue of Liberty zu sehen.


Leider wurde es bereits dunkel, und so beschlossen Volker und ich gleich wieder zurückzufahren und in Chinatown dinner einzunehmen.
Schade nur, dass uns keiner erzählt hatte, das der letzte NY-Tourbus um 16 Uhr fuhr, und wir somit am Ende von Manhattan festsaßen. Nun gut, es gibt ja die Öffis und somit kauften wir eine Metrocard (was wir ja ursprünglich schon machen wollten) und suchten die beste Verbindung. Der Bus, den wir dann nahmen, schmiss uns bereits nach einer Station wieder raus, letzter Stop, und somit marschierten wir also tapfer den Broadway hoch. Wer schon mal in NY war, der weiss dass alles nicht so weit ist, aber bei eisiger Kälte ist es mindestens 10x so lang.
In Chinatown sind wir dann rumgewandert, nach Little Italy rein und wieder zurück nach Chinatown zum essen. Irgendwie kamen wir dabei wohl etwas von der Straße ab, jedenfalls waren wir bald abseits von Tourismus. Chinesische Gemüsehändler priesen ihre Waren ausschließlich in chinesischen Schriftzeichen an, es wurde kein Englisch mehr gesprochen und in den Fresslädchen hingen fritierte Enten, noch mit Kopf und Schnabel! Äh! Es roch aber ganz lecker, somit kehrten wir in das "restaurant" ein, Cantonese kitchen, soviel konnten wir lesen, und waren die einzigen Nichtasiaten! Drinnen saßen jede Menge Chinesen, laut schnatternd, schlürfend und offensichtlich irgendwas alkoholisches in sich reinschüttend. Die übersichtliche englische Speisekarte wurde durch jede Menge chinesischer Specials ergänzt, leider auch nur in chinesischen Schriftzeichen. Der waiter sprach nur gebrochen englisch, aber nach einem Missverständnis bekamen wir dann das richtige. Das Essen war lecker, aber es wurde spät und wir wollten zum Hotel zurück. Unsere Rechnung kam - wie sollte es anders sein - auf chinesisch. Der Betrag war dann aber sehr newyorkerisch. Auf unsere Nachfrage kam ein "I don't undelstand ... is tax and tip ..." Jaja, schon klar ...
Danach suchten wir uns dann die nächste subway station und fuhren hoch bis zum Grand Central Terminal. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das U-Bahn-System schon, aber auch ganz interessant.
Im Hotel angekommen gab es dann nur noch eines zu machen: rein in die Badewanne - auftauen!

Sonntag blieb uns noch einen halber Tag, bei strahlend blauem Himmel und angenehmer Temperatur, daher bummelten wir nochmal am Times Square entlang.
Als echte Naschkatze zog es mich dann plötzlich ganz fürchterlich in Richtung Leckerlis.

m&m's!!!!!
Ein ganzer riesiger Laden voll!!!



Hier gibt es so ziemlich jeden Kram den man sich vorstellen kann, aber ausser Kitsch ist es einfach nur fun. Wer schlechte Laune hat sollte unbedingt reingehen, es grinsen einen überall m&m's an :) Ausserdem gibt es die kleinen Kullerchen in tausend Farben.
Gegenüber ist noch Hersheys, aber die Schokolade schmeckt sowieso nicht und der Laden ist öde im Vergleich.

Zum Flughafen nahmen wir dann dieses Mal ein Taxi. Für's nächstes Mal, sollte es ein nächstes Mal geben, wissen wir jetzt Bescheid.

5 Comments:

At 6:19 AM, Anonymous Anonym said...

da fällt mir nur zu ein " ich war noch nieeeemals in New York " aber nach den bildern ....super aber vieleicht lieber im sommer wenn der park schön grün ist.

 
At 3:26 AM, Anonymous Anonym said...

So sieht also der kulturelle Gegensatz unserer Heimatstadt in den USA aus :-) Muessen wir wohl doch nochmal hin. Uebrigens seht ihr sehr chick angezogen aus. Besonders Volkers Mantel.

Bis bald in FL!
Tina

 
At 8:45 AM, Anonymous Anonym said...

Also eines muß man Euch lassen, Ihr erlebt immer nette :-) Dinge wenn Ihr auf Reisen geht. Gruß auch von dat Sascha.

 
At 6:56 PM, Anonymous Anonym said...

Und trotzdem glaube ich, ist New York besser im Winter auszuhalten als im Sommer. Wir haetten euere Sightseeing Tour nicht geschafft, weil es so heiss und schwuel war, dass auch das Gehirn leicht matschig wurde. Vielleicht haben wir ja jetzt alle gelernt, dass Deutsche New York eher im Fruehling und Herbst aushalten. Auf den Hotelausblick bin ich schon sehr neudisch.
Gruss
Verona

 
At 12:35 PM, Anonymous Anonym said...

Stimmt schon, man kann sich ja wärmer anziehen. Ich denke Mai/Juni muss sehr nett in NY sein. Das ist sowieso meine favorisierte Reisezeit (zumindest für die USA), aber leider geht es ja nicht immer danach.

 

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