Gartenarbeit
Leben im Grünen hat auch so seine Nachteile.
Man hat wenig Sonne, mehr Ungeziefer und läuft ständig Gefahr dicke Äste auf das Dach oder schlimmer, auf den Kopf zu kriegen.
Letzten Sommer/Herbst brachen mal wieder, bedingt durch starken Regen, Wind und diverseste Kletterpflanzen, etliche Zweige ab und wie es hier nunmal ist, kümmerte sich kein Sch.. darum. Wir wohnen halt in der hinterletzten Ecke, warum sollte man da mal aufräumen? Mutter Natur sorgt schon dafür. Abgesehen davon, es reicht doch wenn es vorne nett aussieht, die wenigsten potenziellen Neumieter kriechen hinter die Häuser ... oder kümmert es.
In den vier Jahren die wir hier jetzt wohnen, habe ich es eigentlich auch ignoriert, aber nun wurde es mir doch etwas zu bunt. Nach diversesten Partys einiger Nachbarn hatten sich so viele Bierdosen, Plastikflaschen und was-weiss-ich von vergangenen Jahren angesammelt, dass ich es nicht mehr sehen konnte. Ihr merkt schon, ich verbringe einen guten Teil meiner Zeit Zuhause.
Als erste Neujahrsaufgabe habe ich mir also ein Herz gefasst, oder vielmehr Gartenschere und Mülltüte, und bin durch das verlassene Eckchen gezogen. Nach bereits 10 Minuten hatte ich eine große Tüte voll Müll und 15 uralte Tennis- und andere Bälle eingesammelt, sowie einen bereits halb verrotteten Stuhl aus der Erde befreit - und zwei Stunden später Massen an Gestrüpp weggeschnitten. Leider immer noch nicht genug, aber es ist schon mal besser. Ich sehe wieder Sonne und fühle mich wohl.
Heute Mittag erwischte mich dann unser Maintenance Guy dabei, wie ich voller Elan unsere schönen Oak Trees und Pinien von widerlich dornigen Schlingpflanzen befreite, die einfach überhand genommen haben (ein hoffnungsloses Unterfangen, das Zeug wächst praktisch 30 cm pro Tag). Mein kleinlautes "Bekomme ich jetzt Ärger?" wurde mit einem "natürlich nicht" beantwortet, gefolgt von einem "oh wow, das sieht so viel besser aus!". Das abgeschnittene Gestrüpp soll ich (und habe ich) einfach liegen gelassen, zum verrotten, und als Zuhause für unsere vielen Eidechsen und anderes Getier. Ich habe es aber wenigstens etwas versteckt und Komposthaufen ähnlich aufgeschichtet. Es ist total witzig wieviele Eidechsen plötzlich da sind. Unsere Hörnchen toben auch bereits auf der sonnigen Ecke.
Wir haben uns dann noch eine Weile nett unterhalten, und am Ende wurde sogar die Satelitenschüssel, die schon ewig hinter'm Haus stand, und von der keiner wusste wo sie hingehörte, abgebaut.Das Angebot die Sprenkleranlage umzusetzen, so das sie meinen kleinen bepflanzten Garten beregnet habe ich dann allerdings erstmal abgelehnt, ich komme auch so zurecht. Es ist aber schön jemanden auf seiner Seite zu haben.
Unser Eckchen vorher:
und nacher:





3 Comments:
Wow! Ein Hoch auf die fleißige Gärtnerin. Im Moment könnte man hier auch gärtnern. Ist wieder warm geworden. Einen Tag lang mal einen Ansatz von Schnee, aber nu wärmer und
viel Regen. Tannenbäume liegen traurig am Straßenrand und warten auf die Abholung.
Als echte Deutsche juckt es mir bei dem ganzen Muell, der hier ueberall rumliegt, auch ziemlich oft in den Fingern.
Aber am Wochenende werde ich vor allem mal den Besen schwingen. Unsere Nachbarn von oben haben ihren ziemlich rieselnden Weihnachtsbaum abgebaut, aber nichts sauber gemacht als ihre Wohnung (mit dem geliehenen Staubsauger von uns). Jetzt tragen wir jeden Tag auf dem Weg von der Vordertuer bis zu unserer Haustuer (was ein langer Holzsteg ist) jede Menge Nadeln in unsere Wohnung.
Amerikaner stoert sowas einfach nicht.
Mit den privaten Baeumen ist das hier aber ein wenig anders. Da laesst man sich teure Gaertner kommen, um die zu stutzen, da man ja verklagt wird, wenn irgendjemand ein Ast auf den Kopf oder sonstwohin faellt.
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