Dienstag, 28. August 2007

Bindi

Wir sind auf den Hund gekommen. Um genauer zu sein auf den Mops, und umgezogen sind wir dafür auch.

Letzten Mittwoch Morgen ging es los, Sachen packen und ab. Für 6 Tage haben Volker und ich unser Apartment gegen eine Condo eingetauscht, Studenten gegen Rentner und Kater gegen Hund.

Eigentlich hat es sich sehr zufällig ergeben. Vor einiger Zeit hatte ich mich um einen Hundejob bei einer Familie beworben, die jemanden suchten, der für eine Woche auf deren zwei Labradore und das Haus aufpassen würde. Das ist hier nichts aussergewöhnliches. Viele Leute ziehen es vor ihren Liebling lieber in gewohnter Umgebung zu lassen, anstatt Schnuffi in einen Kennel zu geben, und ausserdem kann man ruhigen Gewissens in den Urlaub gehen, da das Haus bewohnt aussieht. Gut, man muss Vertrauen in die Person setzen, aber dafür gibt es ja Vorstellungsgespräche. Mein erster Jobversuch scheiterte, warum weiss ich bis heute nicht genau. Ich hatte den Job schon so gut wie in der Tasche, als ich eine Absage bekam. Meiner Enttäuschung machte ich in der Freitagsgruppe Luft, was Sue (sie ist eine der Gruppenleiterinnen) spontan dazu veranlasste mich zu fragen, ob ich daran interessiert wäre auf ihren Hund aufzupassen während sie in New York wäre. Keine Frage, für eine gute Bekannte immer. Wir kennen uns nun schon über zwei Jahre und somit musste ich nur noch Bindi überzeugen. Das war aber ganz einfach war, denn sie liebt jeden der ihr den Bauch rubbelt :)

Hier ist sie, die kleine Plattschnauze :)



Morgens um 7 Uhr hiess es füttern. Bindi ist ein wenig zu moppelig und daher auf einer speziellen Diät, was ihr sicherlich nicht besonders gefällt. Morgens ähnelte es dann eher einer feeding frenzy, wenn sie in ihren Napf abtauchte und ihre Portion wegatmete - und das sehr geräuschvoll. Danach musste ich mich dann auch schon spurten und Gassi gehen. Sue wohnt in einer Rentnercommunity in einem Circle (Rundweg), und den sind wir morgens gegangen. Da aber unser kleiner Mops mit so einer kurzen Runde nicht wirklich ausgelastet ist, beschloss ich unsere Tour tagsüber auszudehnen und auch eine Extrarunde einzuführen. Bewegung tut gut. Bewaffnet mit Plastiktüte (man muss schließlich alles aufsammeln was der Hund hinterlässt), Wasser (Hitze und Übergewicht vertragen sich nicht gut) und einem kleinen Notleckerli für Streiksituationen erkundeten wir die Umgebung. Dabei haben wir auch Sues Nachbarin kennegelernt, eine ältere Dame (wird 95). Sie sitzt immer vor ihrer Tür, Rain or Shine, und Bindi zog mich am zweiten Tag einfach zu ihr hin.
Mrs. McCollough ist ist fast blind, schwerhörig und kann kaum noch gehen, aber sie hat sich so über Gesellschaft gefreut, dass Möpschen und ich fortan jeden Nachmittag einen Zwischenstop eingelegt haben. Bindi nimmt sowieso jede Verschnaufpause die sie finden kann und machte es sich halt dort gemütlich.



Da Sue nur ein paar Strassen von uns entfernt wohnt, konnte ich prima pendeln, wenn es sein musste. Wohnen in einer anderen Hütte ist zwar mal nett, aber es fehlen einem halt doch gewisse Dinge. Mittags bin ich daher also nach Hause gefahren, Tiger füttern, und abends haben Volker und ich auch bei uns Abendessen eingenommen, oder sind - zu Fuß!!! - Essen gegangen. Klappte prima, dank einer sehr pflegeleichten Bindi, und Spaß gemacht hat es auch.

3 Comments:

At 3:49 AM, Anonymous Anonym said...

Süß isse ja, aber wie Du schon sagtest etwas mehr als rundlich :-)Ein Hund ist schon was feines. Würde auch gern wieder einen haben. Aber bei meinen Diensten, seufz. Und Winni hat vor den meisten Hunden Angst. Also könnte ich ihm kein Hundesitting aufdrücken :-( So bleibt es halt bei Otto.

 
At 4:02 AM, Anonymous Anonym said...

Na Klasse, da sind wir Schwestern jetzt ja beide gelegentliche "Hundesitterinnen". Jackie ist auch solch eine Schlaftablette und zu dick, aber trotzdem noch etwas niedlicher anzusehen. Aber der Charakter macht es ja auch und da scheinen sich beide Hündinnen ja in nichts nachzustehen.

 
At 6:43 AM, Anonymous Anonym said...

Bindi ist wirklich eine Seele, wenn auch eine etwas sture. Dieser kleine Mops ist da wie Asterix, bleibt stur und mit ihren kleinen Beinen kräftig abgestützt mitten auf dem Weg stehen (oder liegen), wenn ihr die Richtung nicht passt. Ich habe wirklich oft über sie lachen müssen und vermisse unsere Gassirunden. Sue sagte bereits, dass sie im Herbst nach Kalifornien fliegen möchte. Vielleicht passt das ja zeitlich mit uns, und ich kann wieder Bindi sitten :)

 

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