Gators and Squirrels in Texas
Kaum aus Florida zurück, hatte ich gerade genug Zeit unsere Koffer aus-, Wäsche zu machen und den nächsten Koffer einzupacken, denn der nächste Trip stand bereits vor der Tür. Volker hatte eine Einladung von der UTB (University of Texas at Brownsville), somit ging es auf zum Lonestar State.
Dienstag Morgen fuhren wir also nach Jacksonville, um von dort aus nach Houston und weiter nach Brownsville zu fliegen. Angekommen sind wir, obwohl es insgesamt nur etwas über 3 Stunden mit dem Flieger sind, erst am Abend. Mir persönlich kam es unendlich lang vor, was vielleicht daran lag, dass wir mit einer kleinen Maschine flogen und Brownsville auch noch soweit südlich gelegen ist, dass es an Mexico grenzt.
Brownsville ist die südlichste Kleinstadt in Texas, dicht an der Golfseite gelegen und in Spukreichweite zu Mexico. Es gibt Studenten, die jeden Morgen zu Fuß von dort aus zur Uni kommen. Ja, genau, sooo nah!
Blick vom International Blvd. (am Campus) Richtung Grenze. Das dreieckige Dach ist der Zoll. Auf dem grünen Schild kann man lesen, dass drei Brücken nach Mexico rein führen. Matamoros ist die Schwesterstadt von Brownsville und der Pendlerverkehr ist enorm. Dazu am Ende noch ein paar Sätze.Erstmal hieß es sich den Campus der UTB/TSC (University of Texas at Brownsville/ Texas Southmost College) anzusehen. Der ist relativ neu und hübsch begrünt.


Die alte Cotton mill (Baumwollverarbeitung) ist unter Denkmalschutz gestellt und diente mir als Orientierungspunkt, obwohl der Campus nicht besonders groß ist (18 000 Studenten, Gainesville hat etwa das Dreifache)
das Gebäude, wo auch das Physikdepartment untergebracht ist.

Tja, so verbrachte Volker also jeden Tag ein paar Stunden damit die Uni zu erkunden und sich vorzustellen, aber es wurde auch ausreichend dafür gesorgt, dass wir uns die Gegend angucken konnten.
Pflichtprogramm war der Strand. Nachdem wir ja in Gainesville nicht mit Sand um die Ecke verwöhnt sind, mussten wir uns South Padre Island ansehen. Mit dem Auto fährt man ca. 45 Minuten.
Auf dem Weg sahen wir jede Menge Plattformen. Kein Zweifel, Texas ist ein Ölstaat.
Bald darauf kam dann South Padre in Sicht.

Es gab schönere Strandabschnitte, aber auch welche, die noch immer verdreckt vom Hurricane waren.
Volker testete das Wasser aber trotzdem, es war noch angenehm für die Jahreszeit.
Am letzten Tag bevor wir wieder in unser heimisches Florida flatterten, nahmen uns Mario und Lidia (Mario ist Physiker) zum Abendessen mit nach Mexico. Wie bereits erwähnt, es ist nur einen Hopps dahin. Die natürliche Grenze war wohl mal der Rio Grande River, von dem existiert an dieser Stelle aber nur noch ein Bruchteil - eher ein Bächlein. Beim Überqueren nimmt man es jedenfalls nicht als Fluss wahr.Nachdem wir, ich kann es nicht genau sagen, aber so etwa 1 Dollar pro Nase, Gebühr an der Grenze gelassen hatten, waren wir also plötzlich in Mexico. Ohne Komplikationen.
Das erste was auffällt, sind Zahnärzte und Apotheken, die ganze Straße entlang.
Lidia erzählte uns, dass es durchaus üblich ist seinen Zahnarzt in Mexico zu haben, da es so viel preiswerter ist, auch Medikamente (Marken) kann man hier spottbillig bekommen, und die amerikanischen Versicherungen stellen sich überraschenderweise nicht quer. So geht also der Texaner nach Mexico, wenn er ein Wehwehchen hat.
Überall auf den Straßen stehen ältere Mexikaner, die ihren Autowaschdienst anbieten (35 Pesos = ca. 3 Dollar) oder einen zum Parken einwinken. Das Kleingeld, welches Mario jedes Mal rausrückte, war - meiner Meinung nach- nicht als Parkgebühr gedacht, sondern eher als Bestechung ein Auge auf Töffi zu haben ...
Danach machten wir noch einen Bummel durch einen Laden, wo es jede Menge handgearbeitete Dinge zu erstehen gab, aber mindestens auch genauso viel Kitsch Made in China. Da wir irgendwann hungrig wurden, luden uns Mario und Lidia zu ihrem Lieblingsrestaurant ein.
Unser Abendessen, natürlich mexikanisch, war sehr lecker. Allerdings waren wir froh die beiden dabei zu haben. Sie bestellten für uns, da wir das meiste auf der Karte nicht kannten und sich unser Spanisch auf drei, vier Worte beschränkt. Ist halt nicht Taco Bell ;)
Zurück ging es dann nicht mehr ganz so schnell. Nach einer halbe Stunde in der Schlange anstehen, näherten wir uns der Grenze. Die Wartezeit wurde aber durchaus interessant, denn während wir geduldig im Auto saßen, kamen freundliche Mexikaner(-innen) und boten alles an, was "gringo" kaufen könnte: künstliche Blumen, Naschereien, handgewebte Taschen, kitschigen Schmuck, usw., auch bettelnde Kinder und Mütter liefen zwischen den Autoschlangen durch. Irgendwie kommen da doch gemischte Gefühle auf, zumindest bei mir.
An der Grenze war es dann ganz wichtig seine Papiere beisammen zu haben, obwohl sie eigentlich nur die Greencard sehen wollten. Reinkommen ist einfach, Rauszukommen ist da schon schwieriger. Auch sollte man besser alles angeben, was man in Mexico erworben hat. Der Zoll kann da komisch werden (aber es sind echte Friedenspreise).
Auf dem Weg zurück nach Houston hatte ich dann den Spaß mit der Flughafensicherheit. So nah an Mexico dran, da muss man einfach verdächtig sein. Meine Handtasche, voller Leckereien, wurde jedenfalls ständig begutachtet. Vielleicht wollten sie aber auch nur ein paar Kekse abhaben.





1 Comments:
Sieht ja nett aus. Vor allen Dingen der Strand. Aber 45 Minuten. Ist auch nicht gerade um die Ecke. Wäre DAS evtl.der neue Standort. Seit 3 Tagen hat es geschneit. Bleibt aber nicht so liegen. Aber schön sieht es schon aus. Gestern hatten wir Bombenentschärfung im Dorf und mußten um 9 aus dem Hause. Wundervoll! Und ich kam aus dem Nachtdienst. Nur kurz nach Hause Otto füttern,Fenster auf Kipp ( die Wohnung war danach total ausgekühlt) und ab zu einer Freundin untergekrochen. Sofa war zum Schlafen zu kurz. Aber besser als ins Kurt-Hirschfeld-Forum zu wackeln und da völlig übermüdet den Tag zu verbringen. Anscheinend haben sie per Luftbild noch mehr Bomben entdeckt. Also nur ne Frage der Zeit wann die nächste Evakuierung ansteht. Ich muß gleich in die Küche. Sascha kommt zum Braunkohlessen.Um zweie steht Winnis Lieblingsfreßfeind auf der Matte. Ich wußte gar nicht, daß es bei Euch auch so kalt werden kann. Na, dann bibbern wir ja nicht alleine. Ein beruhigender Gedanke :-)
Kommentar veröffentlichen
<< Home