Freitag, 7. Juli 2006

Im Lande der Coupons - Einkaufen auf amerikanisch

Heute war es mal wieder soweit, der Einkauf stand an. Also, Einkaufsliste fertiggemacht (ja, ich bin vergesslich!), Kühlbox ins Auto und losgefahren zu Publix, unserem Supermarkt. Nun werdet ihr euch vielleicht fragen was daran besonderes ist? Eigentlich nichts, außer vielleicht, dass ich es nicht besonders mag, weil es unendlich lange dauert, und ich selbst für den kleinen Einkauf zwischendurch tausend Tüten nach Hause schleppe.



Während ihr also schön mit euer stabilen, ziemlich großen Alditüte einkaufen mögt, oder mit dem Einkaufskorb, Baumwolltasche, usw... gibt es hier dünnste Plastiktütchen - und davon Mengen, was daran liegt, dass hier nach Warengruppen gepackt wird und nach Gewicht.
So würde also zum Beispiel meine Wurst oder mein Fleisch im Normalfall nie in Kuschelkontakt mit dem Toastbrot kommen, da beides in verschiedene Tüten kommt. Für die zwei Flaschen 2-Liter-Cola gibt es eine doppelte Tüte, da es sonst zu schwer ist. Alkohol, zum Beispiel Wein, gibt es separat in Papiertüten gepackt, und die wiederum in Plastiktüten. Eier werden seperat gepackt, da zerbrechlich (das macht ja auch noch Sinn). Und so geht es munter weiter. Ihr seht schon, unter 10 Tüten kommt man hier schlecht weg. Stabile Tüten sind rar, und Recycling ist wohl noch im Anfangsstadium (die Tütchen eignen sich aber wunderbar als Mülltüten!). Wenigstens fragen sie einen ob "Plastik okay" ist, die Alternative sind Papiertüten ohne Henkel. Die Packer, hier packt man nicht selbst!, sind darauf geschult, was zusammenpasst und was nicht, und sie bringen den Einkauf auch zum Auto und packen es, ohne Trinkgeld zu nehmen, in den Kofferaum (zumindest bei Publix). Das lehne ich aber immer noch ab, so alt bin ich ja dann doch noch nicht. Was auch etwas anders als in Deutschland ist, sind Coupons. Bei euch sind die noch nicht so verbreitet.
Coupons findet man hier überall, und eigentlich für alles. In der Sonntagszeitung zum Beispiel findet man Coupon-Magazine, aber auch per Post kommen sie angeflattert. Was immer ihr euch vorstellen könnt, es gibt Coupons dafür. Das beschränkt sich nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch Service( wie Haarschnitt, Autoreparatur, Pizza-Bringdienst oder Fotoentwicklung) gibt es damit preiswerter. Die normalen Angebote gibt es natürlich außerdem, und Coupons sparen auch nicht die Welt, aber mal eben hier 50 cent und dort 75 cent machen es bei einem großen Einkauf schon ein paar Dollar billiger. Ich bin mir nicht ganz im Klaren, ob sie einen sozialschwach aussehen lassen, denn beim Einkaufen sehe ich eigentlich nie jemanden der einen Packen Coupons mit auf's Laufband legt, aber mir ist das wurscht. Warum soll ich nicht sparen an Dingen, die ich sowieso kaufe? Also gebe ich beim Bezahlen dem Cashier erstmal was zu tun. Der scannt nämlich erstmal jeden Coupon ein. Hektik kennen die sowieso nicht, ganz im Gegensatz zu Deutschland mosert aber auch keiner - selbst wenn die Schlange schon bis zum Horizont reicht. Hier wird brav und artig angestanden (egal wo und für was), wogegen sie einen sehr giftig anfauchen wenn man versucht sich vorzudrängeln. "Cutting in line" ist ein Schwerverbrechen. Aber zurück zu den Coupons. Also wie gesagt, es gibt sie eigentlich für alles, auch für Hotelübernachtungen, da habe ich sie zuerst kennengelernt. Für die Tage wo nicht soviel los ist, meist Sonntag bis Donnerstag, gibt es Spezialpreise, aber auch nur auf walk-in basis. Wenn man, so wie wir, nicht vorreserviert, sondern einfach anhält wo es einem gefällt, können die schon praktisch werden. Fairerweise muss ich jetzt aber auch noch erwähnen, das es nicht immer klappt, und man unter Umständen auch nicht ein Traumzimmer dafür bekommt. Das hängt ganz vom jeweiligen Hotel/Motel ab. Einen Versuch ist es aber immer wert. Für Service benutze ich sie sowieso gern, da man hier ja noch "Tip" ,das typische Trinkgeld, zuaddieren muss - und mal eben 15-20% auf den Rechnungsbetrag draufzulegen kann weh tun. Also, auf zum Coupon sammeln!

3 Comments:

At 8:16 PM, Anonymous Anonym said...

Wie herrlich! Genau so isses! Danke, dann muessen wir das nicht mehr bloggen ;-)

Wir haben inzwischen zwei grosse Klappkoerbe und bringen damit das Supermarktpersonal total durcheinander.

Zuerst der verwirrte Blick, wenn ich sage "We don't need a bag". Dann das Erstaunen, wenn der Klappkorb ausgepackt wird. Und zuletzt die Verzweiflung, wenn ich den Packer wegschuppse, denn Hei! Wer ist hier die Tetris-Koenigin? Lasse mir meine Stellung doch nicht streitig machen!

Der zweite Korb ist dann fuer die Getraenke und Steffen und ich machen das wie im Ballet. Zuerst kommen die kleinen Sachen aufs Band und dann die grossen. Ist der erste Korb voll, tauschen Steffen und ich die Plaetze und Steffen sortiert die Getraenke ein, waehrend ich schon mal zum Bezahlen voreile. Die Kassierer sind dann voellig perplex. Meistens stammeln sie sowas wie "You make my life so much easier" oder "That is crazy". Jedesmal wieder schoen.

Die Klappkoerbe gibts uebrigens im Container Store, falls ihr Interesse habt und keine 20 Tueten mehr schleppen wollt.

 
At 9:03 PM, Anonymous Anonym said...

Meine Familien haben auch schon selbst gepackt, wollten nett sein, aber ich glaube, die haben eher einen Arbeitsplatz gefährdet ;-) und es kam gleich jemand angerannt.
Achja, und habt ihr in Germany schonmal eine Box mit Desinfektionstüchern für den Handgriff der Einkaufswagen gesehen? Germs iiiieeeeehhhh!!!!!!!

 
At 10:41 AM, Anonymous Anonym said...

In Italien gibt es immerhin Einmalplastikhandschuhe,mit denen man das Gemuese anfassen kann....ganz schoen bloed, denn die Feldpfluecker hatten bestimmt keine Handschuhe an.

 

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